Mein Highlight

Video: Orthopedic Surgery at Hôpital Albert Schweitzer Haiti

Sonntag, 13. März 2016

Nachkontrolle Ilota

Auch Ilota konnte ich während dieses jetzigen Kurzeinsatzes nachkontrollieren:
vor gut einem Jahr hatte ich bei ihr eine schwerste Knochendeformität nach Oberschenkelbruch und Kontrakturen durch eine komplizierte Operation u.a. mit einem Marknagel korrigiert (Geschichte dazu hier im früheren Beitrag).

Sie kann inzwischen tatsächlich auf einem Bein stehen und kommt immer besser zurecht. In der Prothesenwerkstatt haben wir dann den Schuhausgleich weiter angepasst sowie einen Abdruck genommen, um Ihr mittels weiterer Orthese das Laufen in normalen Schuhen zu ermöglichen.

Anschliessend habe ich auch sie zusammen mit Ihrer Mutter hoch in die Berge gefahren, um zu sehen, wie sie zu Hause zurecht kommt. Eine Stunde über Stock und Stein, vorbei an der Schule, die sie dann hoffentlich bald wieder eigenständig zu Fuss erreichen kann.

 Einbeinstand problem- und schmerzlos möglich

 Gipsabdruck zur Orthesenanpassung

 Gipsabdruck fertig 

 Neuer Schuhausgleich





















 Fertig zur Abfahrt ins heimische Bergdorf

 Schotterpiste und Steine, eine Stunde lang...














 Ilotas Schulweg: auf und ab durch die Berge

 ...und immer weiter
















 Endlich im "Dorf" angekommen
 Einfache "Unterkünfte"








 Interessierte Dorfjugend
 Ilota vorm Eingang zum Haus der Familie




























 ...ein Raum, ein Bett, eine Abstellkammer
 Mutter, Ilota nochmal Stolz im Einbeinstand und rechts der Bruder





























...ohne Worte!

Mittwoch, 9. März 2016

Die Schule hat jetzt einen Wasserturm

Auch in der Schule wurde fleissig weitergebaut: aus ca. 100 m Tiefe wird Wasser in einen Turm hochgepumpt, gespeichert und über ein Filtersystem zur Verfügung gestellt.
Es wird weiterhin fleissig die Schulbank gedrückt, auch wenn diese für mach einen etwas klein erscheint.
Das Kochen für die vielen Schüler auf dem offenen Holzfeuer ist eine schweisstreibende Arbeit.

 Wasser aus dem Hahn, was für ein Vergnügen

 Der Wasserturm auf dem Schulhof

 Füsse in der Luft


 Im Unterricht 1

 Im Unterricht 2

 Im Unterricht 3

 Im Unterricht 4


 Kochstelle

 Spaghetti in Arbeit
 Spaghetti fertig



 Gemüseküche
 Vorratskammer


Samstag, 5. März 2016

Case of the week: alter Bruch

Ein schwieriger Fall in dieser Woche ist der komplizierte Bruch der 73 Jahren alten Suzanna, den sie sich bereits im Januar 2015 zugezogen hatte, also vor über einem Jahr. Der offene Bruch des Unterschenkels, typischerweise nach einem Motorradunfall, wurde damals mit einem Fixateur extern behandelt. Nach neun Monaten musste dieser wegen zunehmenden Infektionen an den Pinstellen entfernt werden, es wurde eine Gipsschiene angepasst, da insbesondere im oberen Teil die Brüche noch nicht verheilt waren.
Jetzt war sie inzwischen seit fast 2 Wochen mit persistierenden und immobilisierenden Schmerzen auf der Station und niemand hatte sich so recht an diesen Fall herangetraut.
Die Haut war durch den Gips deutlich in Mitleidenschaft gezogen, insgesamt jedoch keine Anzeichen für eine Infektion, so dass ich mich für eine Versorgung mittels Marknagel einschliesslich Knochendurchtrennung des in Fehlstellung verheilten Wadenbeins entschlossen habe.


 Suzanna, seit über einem Jahr nicht mehr gelaufen




















 Die Haut ist durch den Gips in Mitleidenschaft gezogen






 Komplizierter Mehretagen-Unterschenkelbruch

 Fixateur extern initial


 Nach gut einem Jahr: Wadenbein in Fehlstellung verheilt,
 Schienbein verschoben und teilweise nicht geheilt





 Nach der Operation: das Bein ist wieder belastbar



Donnerstag, 3. März 2016

Nachkontrolle Fleurimene

Eine schöne Gelegenheit dieses jetzigen Kurzeinsatzes ist es, einige meiner Spezialpatienten nachkontrollieren zu können, wie z.B. Fleurimene:
sie ist heute gut 5 Jahre alt, damals hatte ich ihr bei schwerer Fehlbildung den Unterschenkel amputiert (Geschichte dazu hier im früheren Beitrag). Nach der Begutachtung in der Prothesenwerkstatt habe ich es mir nicht nehmen lassen, die Kleine samt Eltern selbst nach Hause zu fahren, um zu sehen, wie sie im heimischen Umfeld mit der Prothese zurecht kommt.
Nach 2/3-Strecke Richtung Port-au-Prince und noch ca. einer halben Stunde abenteuerlicher Fahrt durch ein ausgetrocknetes Flussbett in die Berge kamen wir im "Heimatdorf" an und wurden herzlich empfangen.


 Grössenmessung in der Prothesenwerkstatt, gut + 10 cm


 Inzwischen kann man ihr auch mal ein Lächeln entlocken








 Die Prothese ist gut angepasst

 Gleich geht es auf die Reise

 Ja, der Dr. fährt mich wirklich nach Hause

 So spannend scheint die Fahrt dann doch nicht


 Ellenlang durch ein derzeit ausgetrocknetes Flussbett hoch in die Berge


 Endlich im "Dorf" angekommen








 Was für eine Freude, die Geschwister und Freundinnen wieder zu sehen!

 Ein paar Bilder für die Chronik

 Sie läuft, sie hüpft, sie lacht...

 ...und immer unterwegs

 Die Familienherberge

 Ja, der da hat mich hergebracht...


 ...und durch das Flussbett wieder zurück nach Deschapelles




Dienstag, 1. März 2016

Gemischte Gefühle

Warum man abseits des Artibonite-Tals in den angrenzenden Bergen unterwegs ist, steht auf einem anderen Blatt (Auflösung dazu später): unsereins kommt es fast vor, wie abseits der Zivilisation, was den Umständen jedoch nicht Gerecht wird. Bei einem Halt nahe einer entlegenen Schule bildete sich rasch eine Menschentraube ums Auto, die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke sprechen Bände...

 Neugier...

 gemischt mit






































 Unsicherheit und Angst?